Geistliches Wort zur Staffelübergabe im Presbyterium

Liebe Presbyterinnen und Presbyter, liebe Gemeinde

heute ist nun also die Zäsur. Und das auf sehr ungewöhnliche Weise. Nicht mit einem gemeinsamen Gottesdienst, sondern jede und jeder zu Hause. Und jeden Abend das Läuten zu gemeinsamem Gebet.

Damit wird nochmal deutlicher, dass wir als Menschen in unserem Glauben vor Gott zuerst allein sind und erst dann in Gemeinschaft. So wie Bonhoeffer es ausdrückte:

Allein vor Gott wird der Mensch FREI und VERANTWORTLICH GEBUNDEN zugleich.

Und so möchte ich dieses Wort als Motto nehmen, um Ihnen und Euch einen Gedankenanstoß zu geben beim Blick zurück: Das, was gelungen ist, verdanken wir Gott, das, was wir an Engagement gezeigt haben, entspringt, wenn es gut war, aus dem Alleinsein und der Verantwortung vor Gott. Und deshalb können wir auch das, was misslungen ist, getrost ihm zurückgeben und bitten, dass er alles zum Guten wendet.

Und dies gilt ähnlich für die, die weiter in der Verantwortung und Entscheidungspflicht bleiben bzw. die, die neu dazu kommen. Wenn wir uns in den Dienst der christlichen Gemeinde stellen, so haben wir andere Maßstäbe als ein Wirtschaftsunternehmen. Auch, wenn es bei alltäglichen Entscheidungen oft dieselben Fragen und Überlegungen gibt:

Öffentlichkeitsarbeit – Werben – Finanzplanung – Prognosen und Anpassungsdruck.

Ja. Und dem müssen wir uns klug stellen, so, wie in dem Gleichnis von dem, der seine Talente klug vermehrt hat (Mt 25,14-30). Wir sollen unsere Gaben und Potenziale nutzen und dabei menschliche Weisheit einsetzen. Aber in unserem Kennenlerntreffen war ja ganz deutlich, dass wir uns dabei aus einer Haltung des Glaubens speisen. Und Glauben heißt Vertrauen. Vertrauen in die gute Begleitung Gottes auf unserem Weg und das Hören auf die innere Stimme. Vertrauen auch in die Arbeitskreise, Gruppen und Mitarbeitenden, denen wir für ihre Ideen Raum geben und den Rahmen für Ermutigung und Freude an der Arbeit schaffen.

Und, ja: Wir haben Kirchengesetze und Verträge. Und dennoch haben wir insbesondere die Aufgabe, hier die Menschen mit ihren Besonderheiten fürsorglich in den Blick zu nehmen.

Auch uns wird nicht alles gelingen, auch wir werden gefordert sein, andere Standpunkte auszuhalten und Frustration. Aber wir haben die Aufgabe, diese andere Seite des Lebens die wir mit dem Begriff „Ewigkeit“ oder „Reich Gottes“ benennen, wach zu halten. Das ist die Quelle, aus der uns alles Gute zufließt. Daher bekommen wir Kraft und mit etwas Übung sogar Freude daran, Veränderungen aus Gottes Hand anzunehmen und uns auch von geliebten Dingen und Menschen zu lösen.

Denn das ist Weisheit. Wie zerbrechlich all das ist, was wir hier aufbauen, wofür wir kämpfen, worüber wir mit gekränkter Eitelkeit und Groll uns selbst und einander das Leben so manches Mal schwermachen, all das hat keinen Bestand. Es verbrennt wie Stroh im Feuer

(1 Petr 1,23-25: (NGÜ) 23 Ihr seid ja von neuem geboren, und dieses neue Leben hat seinen Ursprung nicht in einem vergänglichen Samen, sondern in einem unvergänglichen, in dem lebendigen Wort Gottes, das für immer Bestand hat. 24 Genau das bestätigt die Schrift, wenn sie sagt: »Alles menschliche Leben gleicht dem Gras, und all seiner Herrlichkeit ergeht es wie einer Blume auf dem Feld. Das Gras verdorrt, und die Blume verwelkt, 25 aber das Wort des Herrn hat für immer und ewig Bestand.«[3] Dieses Wort ist nichts anderes als das Evangelium, das euch verkündet wurde.

 Spr 17,3: (LUT) 3 Wie der Tiegel das Silber und der Ofen das Gold, so prüft der HERR die Herzen.

 In 1 Kor 3,13c spricht Paulis hier vom Gold des Glaubens, das durchs Feuer geläutert ist.

11 Einen andern Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. 12 Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, 13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird es ans Licht bringen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren.Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. 14 Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. 15 Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.

Wir haben aber in unvergängliches Wesen, das  aus Liebe, Licht und Mitgefühl besteht. Und wenn wir dem folgen werden wir selbst glücklich und was wir anfassen gelingt. (Psalm 1).

Insofern entpflichte ich nun die, die gehen,

liebe Christa Bohris, lieber Jörg Hambamer, lieber Peter Haubach, lieber Klaus Hubatsch, liebe Pauline Mikmak,

mit Dank für alles von dem vor vier Jahren gegebenen bzw. bestätigten Gelübde.  Sie sind nun / Ihr seid nun von aller Verantwortung und Verpflichtung frei. Die Schweigepflicht über Dinge der Amtszeit bleibt dabei bestehen.

Diejeningen, die bleiben,

liebe Betti Gartz, liebe Fatmeh Habibi, lieber Marcus Kempkes, , lieber Uwe Sieck, liebe Eliane Warmbt,

erinnere ich an das damals gegebene Versprechen:

„Ich bin bereit mit Gottes Hilfe, das mir übertragene Amt in der Leitung unserer Kirche im Gehorsam gegen das Wort Gottes, wie es ausgelegt wird in den Bekenntnissen unserer Kirche und aufs Neue bezeugt ist in dem Barmer Theologischen Erklärung, sorgfältig und treu auszuüben.

Ich verspreche, über Lehre und Ordnung unserer Kirche zu wachen, bei allen mir anvertrauten Aufgaben und Diensten die geltenden Ordnungen unserer Kirche zu beachten und in allem danach zu trachten, dass die Kirche auf dem Wege der Nachfolge Christi, ihres einen Hauptes, bleibe.“

Und die Neuen,

liebe Manuela Heen, lieber Marcus Kox, liebe Beate Schmitz, lieber Alexei Schneider,

begrüße ich ganz herzlich.

Das Gelöbnis ging Ihnen/Euch in Schriftform zu und kam mit Unterschrift zurück. Von diesem Zeitpunkt an tragt Ihr/tragen Sie nun die Verantwortung. Staffelübergabe heißt: Gutes zu Bewahren und Neues zu formen.

In diesem Sinn: Gutes und vertrauensvolles Wirken in einer bewegten und damit auch Chancen reichen Zeit.

Auch denen, die in der nächsten Sitzung zur Kooptation anstehen, (Carola Radmacher, Jutta Reifenrath) gilt hier schon ein herzlicher Willkommensgruß.

In sonntäglicher Verbundenheit grüße ich Sie und Euch

mit der Bitte um Gottes Segen

Ihre / Eure

Elke Langer

Nettetal, Sonntag, der 29.03.2020

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